de | fr
   
 
 
21.11. - 25.11.2011
Workshop 2011-2
 
3.7. - 10.7.2011
Workshop 2011-1
 
 
28.2. - 4.3.2011
Reise in die Bourgogne
 
3.1.2011
Kooperation mit dem L.A.C

 
8.11. -12.11.2010
Workshop 2010/2
 
 
 
 
23.7. - 24.7. 2010
Treffen in Paris
 
1.6.2010
malerei2020peinture
 
 
 
 
18.3.2010
Besuch des L.A.C. Sigean
 
15.3. - 22.3.2010
Workshop 2010/1
 
 
 
2.7.- 5.7.2009
Besuch aus Toulouse
 
Konzeption mit Ludwig
Museum Koblenz
 
Virnich an der ESBA Toulouse
 
6.12 - 10.12.2008
1. Treffen in Mainz
 
 
 
 
   
29.04.2012 - 17.06.12
MALEREI2020PEINTURE
   
  9.7.2011
en haut
   
  9.4. - 11.4.2011
Ganymed 3
 
1.4. - 3.4.2011
Ganymed 1
   
3.3.2011
Ins Blaue - Un voyage sans destination
Centre d'Art Pougues les Eaux
   
   
  15.11.2010
EP limbus europae
 
 
 
 
14.5.2010
Polichinelle IV
 
25.3.2010
Polichinelle III
   
22.3.2010
Polichinelle II
  19.3.2010
Performance
Felix Bressieux
   
   
  9.3.2010
Polichinelle I
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
Projekt   Künstler   Kontakt BLOG
Zeigen / Texte   Mediagrafie   Links  
   
 
3.7.2011 - 10.7.2011
\\ Workshop 1-2011, ESBA Toulouse

Nach der positiven Erfahrung der studentischen Reise ins Burgund (März 2011), sollte der erste Workshop 2011 auch praktisches Arbeiten vor Ort beinhalten und mit einer gemeinsamen Ausstellung (EP) enden.



Präsentationen
Um die Positionen zuzuspitzen und zu klären, hatten alle Künstler im Vorfeld sich für eine einzige Arbeit entschieden. Das sollte mehr Zug in die Präsentationsrunde bringen, und dafür sorgen, eine erste Vorstellung der Ausstellungen in Koblenz und Sigean zu bekommen. Über die ersten 2 Tage verteilt, stellte jeder der Gruppe vor, die meisten in digitaler Form, einige der Toulouser Studenten hatten ihre Arbeit aber auch vor Ort.









Brit Meyer hielt am Mittwoch den 06.07.2011 einen Vortrag über Heiner Müller.

Vortrag Hervé Sénant
Hervé Senat wollte die bildnerische Avantgarde der 60er in Frankreich in Betracht nehmen. Besonders bezog er sich auf Didier Semin, eine Kunsthistoriker, der sowohl Konservator an verschiedenen Museen war, als auch an der ENSBA in Paris lehrt.

Eigentümlich für die französische Kunstgeschichte war, dass Kunst und Politik stark verbunden waren. Es gab 3 Strömungen: den Surrealismus, den Sozialistischen Realismus und die Formalistische Abstraktion. Daneben existierten noch so starke Einzelspieler, wie etwa Picasso.

Dies muss man vor dem politischen Hintergrund der 60er Jahre betrachten. Hierbei war besonders der Indochina-Krieg und der Algerien-Krieg wichtig, und die daraus resultierende Angst vor Mobilisierung. Die jungen Maler, die den sozialistisch geprägten Realismus oder den Formalismus hätten weiterführen können, lehnten beides ab. Dies taten sie sowohl aus politischen Gründen, als auch, um nicht der "Vatergeneration" zu folgen.

Die neuen Strömungen waren die Engagierte Figuration, die von Pop Art beeinflusst war, aber politischer dachte, und der Engagierte Formalismus, z.B vertreten durch BMPT.
Als Beispiel der Engagierten Figuration zeigte Hervé Senat 5 Bilder einer 8teiligen Reihe einer Künstlergruppe, die sich an Marcel Duchamp abarbeitete, und in ihren Bildern symbolisch dessen Tod inszenierte.

Dem gegenüber stehen die Vertreter des Engagierten Formalismus, besonders BMPT (Buren, Mosset, Palmentier, Toroni). Sie hatten vier "Manifestations collecives" organisiert. Bei der ersten am 3.1.1967 im Salon de la Jeune Peinture zeigten sie ein Poster mit ihren Namen und Fotos. Als zweite, am gleichen Tag, verließen sie lautstark den Raum und riefen, dass die Malerei, bis das Gegenteil bewiesen sei, Ausdruck einer reaktionären Haltung sei. Für die dritte luden Sie in den Kinosaal des Musée des Arts Décoratifs, wo sie 4 gleichformatige Bilder von sich im Quarre aufgehängt hatten. Im Publikum waren z.B. Picasso oder Niki de Saint Phalle. Die Aktion endete im (einkalkulierten) Eklat. Die vierte Demonstration fand auf der 5. Biennale von Paris (September 1967) statt.  BMPT bestand nur etwa ein Jahr. Sie gaben die Sensibilität auf, die früher elementarer Motor und attraktive Kraft eines Kunstwerkes gewesen war. Eine zentrale Arbeit von Buren sind die "Colonnes du Palais Royal" von 1986, Säulen, die die typisch burenschen Streifen aufweisen, und ein Areal von 3000 m² umfassen.

Simon Hantaï (*1922 in Ungarn, 1948 umgesiedelt nach Frankreich, ✝ 2008 in Paris) hatte eine wichtige Position in Frankreich. Das Bild "Manteau de la Vierge" von 1960-63 ist in Ultramarinblau und grau-braun Tönen gehalten und ist durch den Farbauftrag auf die gefaltete Leinwand, das Entfalten, das neuerliche Falten und bemalen und das schließlich Aufspannen der Leinwand entstanden. Hantaï hat damit eine Technik entwickelt, Distanz zu halten. Er selbst sah sich als Nachfolger Pollocks. 1982 repräsentierte er Frankreich auf der Biennale in Venedig. Als er beschloss, aufzuhören zu produzieren, stürzte er die Malerei in Frankreich dadurch in eine Krise, da er seine Kollegen zwang sich zu diesem aktiven Rückzug zu positionieren.
Die Gruppe support surface (übersetzt: Träger Oberfläche) bestand nur etwa ein Jahr. 1969 erklärten sie anlässlich der Ausstellung "Die Malerei in Frage gestellt (la peinture en question)", dass das Objekt der Malerei die Malerei selbst sei. Es ging um die Malerei als Fakt, die Neutralität der Malerei, die Abwesenheit von Lyrik und Expressivität.

Besuch Layla Moget
Layla Moget, die Verantwortliche für das LAC in Sigean, besuchte das Projekt am Dienstag den 05.07.2011.  Sie machte eine Tour durch die Arbeitsräume, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, der durch die Präsentation der Internetseite des Projekts durch Lotte Günther und durch die Vorstellung einiger Arbeit vertieft werden konnte. Sie zeigte sich mit dem Gesehenen zufrieden und sagte, dass die Gruppe im Herbst 2012 bei ihr willkommen sei und sicher eine gute Ausstellung machen würde.

 

Reflexion


Nachdem alles aufgebaut war, trafen wir uns zur Reflexion der Woche. Moniert wurde, dass auch beim gemeinsamen Arbeiten man nicht unbedingt mit anderen in Kontakt käme und einige Entscheidungen nicht in der Gruppe gefallen seien.

 

 

Positiv aufgefallen war, dass sich unter den Arbeiten Verbindungen herstellten, die man vorher nicht erwartet hatte. Hervé Sénant konstatierte, dass es erstaunlich sei, dass wir kein Problem hätten, die völlig unterschiedlichen Arbeiten nebeneinander zu zeigen. Das eine schließe das andere nicht aus. Dies hatte auch Winfried Virnich erkannt und meinte, es sei überhaupt ein Phänomen unserer Zeit.

 

 

en haut
Für die Ausstellung war während der gesamten Woche produziert worden. Über den Titel wurde mittwochs entschieden, das Plakat entworfen, die Einladungen verschickt.  Donnerstags begann die konkrete Planung der 3 Räume, Freitag und Samstag wurde gehängt. Zur Ausstellungseröffnung um 19:00 am Samstag den 09.7.2011 kamen trotz der kurzfristigen Einladung erstaunlich viele Gäste. Das Ergebnis der Woche fand Anklang. Ein Highlight war das gemeinsame Hören der Gruppen-CD (Idee und Durchführung Lucas Fastabend), die in der Reihenfolge der Ausstellung von jedem einen Song enthielt.
En haut war absolut gelungener Abschluss des Workshops, und hat auch im Hinblick auf die kommenden großen Ausstellungen schon angedeutet, was man erwarten kann.