VERANTWORTLICHE

Winfried Virnich   Lotte Günther
1955 geboren in Eschweiler. 1977-1980 Musikstudium an der RWTH Aachen.  1980-1987 Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Raimund Girke. 1987 Arbeitsstipendium Kunstfonds Bonn e.V. 1987-1989 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. 1989-1990 Lehrauftrag Kunstakademie Münster. Seit 1997 Professur für Malerei an der Akademie für Bildende Künste Mainz, seit 2004 Rektor. Seit 2010 stellvertreten-der Sprecher der Rektorenkonferenz der deutschen Kunsthochschulen.   (*1983) studierte Malerei bei Winfried Virnich (Kunsthochschule Mainz), Katharina Schmidt (ESBA Toulouse) und Pia Fries (UdK Berlin).
2008 erhielt sie ein Förderungsstipendium der Johannes Gutenberg Universität Mainz und legte Anfang 2009 das erste Staatsexamen ab. Seit Juni 2010 ist sie künstlerische Mitarbeiterin für das Projekt malerei2020peinture. Sie lebt und arbeitet in Berlin. www.lotteguenther.de
   
Katharina Schmidt   Hervé Sénant
studierte von 1982 bis 1991 Kunstgeschichte an der TU-Berlin und von 1992 bis 1996 freie Kunst an der Kunsthochschule Münster, bei Ulrich Erben.
Seit 2004 unterrichtet sie Malerei an der Ecole supérieure des Beaux-Arts, Toulouse. Katharina Schmidt lebt und arbeitet in Marseille und Berlin.
www.katharinaschmidt.com
  1985 bis 1990 Ecole des Beaux-Arts Rennes danach Bordeaux. 1991 bis 1995 Université de Bretagne occidentale und Université de Haute-Bretagne, Fachbereich Philosophie. 1996 Staatsexamen. 2003 bis 2011 studierte er Kunstgeschichte unter Eric de Chassey und Eric Michaud an der Universität Rabelais (Tours) und an der Ecole des Hautes Etudes en Science Soziales (Paris). Im Moment schreibt er seine Doktorarbeit über den Begriff der Strategie in der künstlerischen Praxis. Hervé Sénant hat außerdem mehrere Jahre bei dem Galeristen Jean Fournier gearbeitet und über Malerei geschrieben. Er lehrt seit 2003 regelmäßig an der Ecole nationale supérieure des Beaux-Arts und unterrichtet seit 2009 zeitgenössische Kunstgeschichte an der Ecole supérieure des Beaux-Arts Toulouse. Er lebt und arbeitet in Paris.
     
Kunsthochschule Mainz    
ESBA Toulouse   Lieu D'Art Contemporain
Johannes Gutenberg Universität Mainz   LudwigMuseum
 



malerei2020peinture
ist eine Kooperation zwischen der Kunsthochschule Mainz und der ÉSBA Toulouse. Seit 2008 bemühen sich Prof. Winfried Virnich und Prof. Katharina Schmidt um eine Zusammenarbeit, seit Juni 2010 wird das Forschungsprojekt von der Johannes-Gutenberg-Universität gefördert. Es zielt auf die Hervorbringung und Positionierung malerischer Handlungsträger im Spiegel der deutschen und französischen Kulturen. Dabei ist durch den Hinweis auf 2020 der Anspruch formuliert, Utopien zu entwickeln und junge Künstler zu fördern, die bis 2020 Entscheidendes zur Entwicklung der Malerei beitragen können. Wesentlich ist die Begegnung, die der künstlerischen Arbeit neue Impulse gibt. Der Austausch geschieht  auch in der Untersuchung der spezifischen Wahrnehmung von Malerei in den beiden Ländern und des jeweiligen Diskurses in Kunstwissenschaft, Ästhetik und Philosophie.

Zahlreiche Workshops und Reisen begleiten das Projekt, die sowohl Treffen in Mainz bzw. Toulouse, aber an anderen Orten, wie besonders Berlin oder Paris ermöglichen. 2012 endet das Projekt mit einer Doppelausstellung in Frankreich und Deutschland, zu der auch ein Katalog entsteht, der in zahlreichen Abbildungen und Texten die Ergebnisse des Projektes dokumentiert. Partner hierzu ist in Deutschland das Ludwig Museum Koblenz, insbesondere Frau Dr. Reifenscheid-Ronnisch. In Frankreich konnte das L.A.C. in Sigean mit Frau Layla Moget als Partner gewonnen werden.
Wir fördern durch die gemeinsame künstlerische Arbeit (z.B. in kleinen Ausstellungen, sog. "EP's") den Austausch, aber natürlich auch die Kompetenz des Einzelnen. Je näher die am Ende stehende Ausstellung rückt, desto mehr verdichtet sich der Diskurs in Präsentationen und Interventionen, die fortlaufend die Entwicklung der Zusammenarbeit abbilden.

 

 

21.11. - 25.11.2011
\\ Workshop 2011-2, Mainz

Der Workshop begann mit den Präsentationen der Neuen im Projekt. Die folgende Reflexion der Ausstellung en haut (Sommer Toulouse) zeigte ein unterschiedliches Meinungsbild. Während die einen besonders rückblickend ein gutes Gefühl hatten, kritisierten andere die fehlende Zusammenarbeit und das relativ brave Ergebnis. Insgesamt wurde auch im Hinblick auf die kommenden gemeinsamen Ausstellungen klar, dass noch mehr Abstimmung nötig ist, und viel Zeit zur Diskussion sein muss. Für die Ausstellung in Sigean hatten Jonas Maas und Philipp Schneider schon einen konkreten Entwurf für den ehemaligen Wasserturm erarbeitet, den Philipp am Modell und durch Fotos vorstellte.



Zur Anregung für unsere eigenen Ausstellungen sammelten wir außerdem Ausstellungsansichten, wobei besonders Katharina Schmidt interessante Lösungen im Hinblick auf Überlagerungen der Arbeiten und besondere Raumkonzepte zeigte. Am Abend besuchten wir die Ausstellung Quartett mit einem Konzert von Llke A Stuntman in der Ringstube.




         
Exkursion Ludwig Museum Koblenz
Besonders wichtig war der Besuch im Ludwig Museum Koblenz, der allen einen Eindruck der Räumlichkeiten verschaffte und sofort erste Ideen für das Ausstellungskonzept auslöste. Die besondere Lage des Museums am "Deutschen Eck", der Mündung der Mosel in den Rhein, an dem auch das "Kaiser-Denkmal" steht, fiel sofort auf. Das Gebäude, das sogenannte "Deutschherrenhaus", geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Da das Museum sich schwerpunktmäßig um französische Gegenwartskunst und den Dialog mit dem Nachbarland bemüht, ist das Projekt MALEREI2020PEINTURE dort besonders gut aufgehoben.

Für die Ausstellung im Mai 2012 stehen das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zur Verfügung. Die beiden großen Säle, sind von den Dimensionen her fast identisch und unterscheiden sich nur in Details. Im Erdgeschoss tragen acht Säulen, die im Vergleich etwas niedrigere Decke. Im Obergeschoss wurden 2 große Wände quer eingestellt, die eine Höhe von 3,80 m haben, die Decke nicht erreichen, und eher skulpturhaft im Raum stehen. In beiden Räumen wurden die umlaufenden Fenster zur Gewinnung von Hängefläche geschlossen.

Die erste Ausstellungsidee: Im Erdgeschoss werden alle zusätzlich eingezogenen Wände entfernt, nur die Säulen bleiben stehen, im 1.OG werden die Fenster wieder geöffnet, um Tageslicht in die Malereiausstellung zu lassen. Beide Etagen verbindet eine Struktur, eine eigene Ausstellungsarchitektur, die wir entwickeln.
Eine Möglichkeit ist, dass Philipp Schneider diese Struktur als seine Arbeit entwickelt.

Arbeitsgruppen
Vier Arbeitsgruppen (Plakat, Katalog, Sigean, Koblenz) übernahmen Verantwortung für die verschiedenen Teilbereiche. Ein Ergebnis des Workshops war das Plakat für Koblenz (Idee Kévin Monot), das den Titel zum Bild macht. Er ist aus einem einfachen Ausdruck ausgeschnitten und mit Klebeband mittig auf einem leicht angegilbten Papier befestigt. Der einfache und handgemachte Zugang wird später bis zu jeden feinen Papiereinschlüssen wiedergegeben und macht das Prozesshafte zum Mittelpunkt. Für die Erscheinung von Katalog, Flyer usw. kann man daraus folgern, dass sie eher einfach, nicht auffällig designed, nicht pseudo-hochwertig wird und den Projekttitel, den wir seit 2008 nutzen, in den Mittelpunkt stellt.

Die Katalog-Arbeitsgruppe benannte die Aufgabenbereiche und machte erste Gestaltungsvorschläge für die dreibändige Publikation (Ausstellungskatalog Koblenz und Sigean und dazwischen ein Textband), für die der Salon-Verlag aus Köln als Partner gewonnen werden konnte.



Die beiden Ausstellungsarbeitsgruppen für Koblenz und Sigean bauten Modelle im Maßstab 1:20, die die Visualisierung und Kommunikation bis zur Ausstellung erleichtern werden. In der Folge ging es natürlich besonders um die Koblenzer Ausstellung, deren Konzept kontrovers diskutiert wurde. Eine Entscheidung hinsichtlich der verschiedenen Möglichkeiten wurde noch nicht getroffen, da wir auf die konkreten Vorschläge der Arbeiten reagieren wollten.



Zwei allgemeine Termine wurden vereinbart: am 9.12.2011 reichen alle jungen Künstler ihr erstes Konzept für die Ausstellung ein, das anschließend in Mainz und Toulouse diskutiert wird. Dann werden die Ergebnisse wieder ausgetauscht. Durch die Kritik entwickeln sich die Konzepte weiter, ändern sich möglicherweise. Am 27.01.2012 bringen dann alle ihren Vorschlag nochmals in konkreterer Form ein.

 

 

 

 

3.7.2011 - 10.7.2011
\\ Workshop 2011-1, ESBA Toulouse

 

Nach der positiven Erfahrung der studentischen Reise ins Burgund (März 2011), sollte der erste Workshop 2011 auch praktisches Arbeiten vor Ort beinhalten und mit einer gemeinsamen Ausstellung (EP) enden.



Präsentationen
Um die Positionen zuzuspitzen und zu klären, hatten alle Künstler im Vorfeld sich für eine einzige Arbeit entschieden. Das sollte mehr Zug in die Präsentationsrunde bringen, und dafür sorgen, eine erste Vorstellung der Ausstellungen in Koblenz und Sigean zu bekommen. Über die ersten 2 Tage verteilt, stellte jeder der Gruppe vor, die meisten in digitaler Form, einige der Toulouser Studenten hatten ihre Arbeit aber auch vor Ort.









Brit Meyer hielt am Mittwoch den 06.07.2011 einen Vortrag über Heiner Müller.

Vortrag Hervé Sénant
Hervé Senat wollte die bildnerische Avantgarde der 60er in Frankreich in Betracht nehmen. Besonders bezog er sich auf Didier Semin, eine Kunsthistoriker, der sowohl Konservator an verschiedenen Museen war, als auch an der ENSBA in Paris lehrt.

Eigentümlich für die französische Kunstgeschichte war, dass Kunst und Politik stark verbunden waren. Es gab 3 Strömungen: den Surrealismus, den Sozialistischen Realismus und die Formalistische Abstraktion. Daneben existierten noch so starke Einzelspieler, wie etwa Picasso.

Dies muss man vor dem politischen Hintergrund der 60er Jahre betrachten. Hierbei war besonders der Indochina-Krieg und der Algerien-Krieg wichtig, und die daraus resultierende Angst vor Mobilisierung. Die jungen Maler, die den sozialistisch geprägten Realismus oder den Formalismus hätten weiterführen können, lehnten beides ab. Dies taten sie sowohl aus politischen Gründen, als auch, um nicht der "Vatergeneration" zu folgen.

Die neuen Strömungen waren die Engagierte Figuration, die von Pop Art beeinflusst war, aber politischer dachte, und der Engagierte Formalismus, z.B vertreten durch BMPT.
Als Beispiel der Engagierten Figuration zeigte Hervé Senat 5 Bilder einer 8teiligen Reihe einer Künstlergruppe, die sich an Marcel Duchamp abarbeitete, und in ihren Bildern symbolisch dessen Tod inszenierte.

Dem gegenüber stehen die Vertreter des Engagierten Formalismus, besonders BMPT (Buren, Mosset, Palmentier, Toroni). Sie hatten vier "Manifestations collecives" organisiert. Bei der ersten am 3.1.1967 im Salon de la Jeune Peinture zeigten sie ein Poster mit ihren Namen und Fotos. Als zweite, am gleichen Tag, verließen sie lautstark den Raum und riefen, dass die Malerei, bis das Gegenteil bewiesen sei, Ausdruck einer reaktionären Haltung sei. Für die dritte luden Sie in den Kinosaal des Musée des Arts Décoratifs, wo sie 4 gleichformatige Bilder von sich im Quarre aufgehängt hatten. Im Publikum waren z.B. Picasso oder Niki de Saint Phalle. Die Aktion endete im (einkalkulierten) Eklat. Die vierte Demonstration fand auf der 5. Biennale von Paris (September 1967) statt.  BMPT bestand nur etwa ein Jahr. Sie gaben die Sensibilität auf, die früher elementarer Motor und attraktive Kraft eines Kunstwerkes gewesen war. Eine zentrale Arbeit von Buren sind die "Colonnes du Palais Royal" von 1986, Säulen, die die typisch burenschen Streifen aufweisen, und ein Areal von 3000 m² umfassen.

Simon Hantaï (*1922 in Ungarn, 1948 umgesiedelt nach Frankreich, ✝ 2008 in Paris) hatte eine wichtige Position in Frankreich. Das Bild "Manteau de la Vierge" von 1960-63 ist in Ultramarinblau und grau-braun Tönen gehalten und ist durch den Farbauftrag auf die gefaltete Leinwand, das Entfalten, das neuerliche Falten und bemalen und das schließlich Aufspannen der Leinwand entstanden. Hantaï hat damit eine Technik entwickelt, Distanz zu halten. Er selbst sah sich als Nachfolger Pollocks. 1982 repräsentierte er Frankreich auf der Biennale in Venedig. Als er beschloss, aufzuhören zu produzieren, stürzte er die Malerei in Frankreich dadurch in eine Krise, da er seine Kollegen zwang sich zu diesem aktiven Rückzug zu positionieren.
Die Gruppe support surface (übersetzt: Träger Oberfläche) bestand nur etwa ein Jahr. 1969 erklärten sie anlässlich der Ausstellung "Die Malerei in Frage gestellt (la peinture en question)", dass das Objekt der Malerei die Malerei selbst sei. Es ging um die Malerei als Fakt, die Neutralität der Malerei, die Abwesenheit von Lyrik und Expressivität.

Besuch Layla Moget
Layla Moget, die Verantwortliche für das LAC in Sigean, besuchte das Projekt am Dienstag den 05.07.2011.  Sie machte eine Tour durch die Arbeitsräume, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, der durch die Präsentation der Internetseite des Projekts durch Lotte Günther und durch die Vorstellung einiger Arbeit vertieft werden konnte. Sie zeigte sich mit dem Gesehenen zufrieden und sagte, dass die Gruppe im Herbst 2012 bei ihr willkommen sei und sicher eine gute Ausstellung machen würde.

 

Reflexion


Nachdem alles aufgebaut war, trafen wir uns zur Reflexion der Woche. Moniert wurde, dass auch beim gemeinsamen Arbeiten man nicht unbedingt mit anderen in Kontakt käme und einige Entscheidungen nicht in der Gruppe gefallen seien.

 

 

Positiv aufgefallen war, dass sich unter den Arbeiten Verbindungen herstellten, die man vorher nicht erwartet hatte. Hervé Sénant konstatierte, dass es erstaunlich sei, dass wir kein Problem hätten, die völlig unterschiedlichen Arbeiten nebeneinander zu zeigen. Das eine schließe das andere nicht aus. Dies hatte auch Winfried Virnich erkannt und meinte, es sei überhaupt ein Phänomen unserer Zeit.

 

 

en haut
Für die Ausstellung war während der gesamten Woche produziert worden. Über den Titel wurde mittwochs entschieden, das Plakat entworfen, die Einladungen verschickt.  Donnerstags begann die konkrete Planung der 3 Räume, Freitag und Samstag wurde gehängt. Zur Ausstellungseröffnung um 19:00 am Samstag den 09.7.2011 kamen trotz der kurzfristigen Einladung erstaunlich viele Gäste. Das Ergebnis der Woche fand Anklang. Ein Highlight war das gemeinsame Hören der Gruppen-CD (Idee und Durchführung Lucas Fastabend), die in der Reihenfolge der Ausstellung von jedem einen Song enthielt.
En haut war absolut gelungener Abschluss des Workshops, und hat auch im Hinblick auf die kommenden großen Ausstellungen schon angedeutet, was man erwarten kann.

 

 

28.2. - 4.3.2011
\\ Burgund

Burgund 2011

Die Reise in die Bourgogne hatte sich aus dem Wunsch der Studenten heraus entwickelt, die Zeit zur gemeinsamen künstlerischen Arbeit zu haben. Durch die Initiative von Lotte Günther und durch die Kontakte der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und der Bourgogne, insbesondere dem Maison de la Bourgogne in Mainz und dem Haus Rheinland-Pfalz in Dijon, konnte das Centre d'Art in Pougues-les-Eaux als Partner gewonnen werden. Dieses im Park St. Leger gelegene Zentrum vergibt jährlich vier Residenzstipendien und verfügt deshalb über Appartements und Atelierräume.

Nach ersten Diskussionen über die Erwartungen und Ziele für den Aufenthalt, nutze den Dienstag Vormittag jeder nach seinen Vorstellungen für seine eigene künstlerische Arbeit. Nachmittags traf man sich im Atelier, um mit den Vorstellungen der Arbeiten zu beginnen. Eine Hängung kleiner Papierarbeiten diente als Start für das Gespräch. Außerdem stellten Julien, Guillaume Lapeze und Marceau Couve ihre Arbeit durch Beamer Präsentationen vor.

In der folgenden Diskussion, was in der Woche gemacht werden sollte, wurde schnell klar, dass wir gerne Donnerstag Abend eine Ausstellung gemeinsam realisieren wollten. Die nächsten Tage waren entsprechend von Arbeit geprägt, abends kam es zu Gesprächen. Marceau hatte sich etwas überlegt, um eine Gemeinschaftsarbeit zu realisieren. Er hatte DIN A3 Blätter so gefaltet, dass sie als Heftchen blätterbar waren. Von diesen "art magazines" gestaltete er jeweils das Cover, gab damit das Thema der Ausgabe vor. Wer wollte konnte eine Seite gestalten (z.B. im Heft "tigre debut" oder "Art Brut" ). Wer wollte, konnte auch eine eigene Ausgabe beisteuern. Donnerstag Vormittag konnten noch Arbeiten fertig gestellt werden. Am Nachmittag fanden wir recht schnell zu einer Hängung, so dass noch genug Zeit blieb, die Vernissage vorzubereiten. Die Gäste waren sehr interessiert und ließen sich nicht nur die Werke erklären, sondern stellten auch viele Fragen zum Projekt und zur Kooperation zwischen Mainz und Toulouse.

Burgund 2011

Freitags hatten wir um 11:00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung von Peggy Buth durch Alice Guybert Roulier. Nach kurzer Einführung konnten wir die Ausstellung zunächst selbständig besuchen, um dann noch einmal geführt die Werke zu besprechen. Man konnte zwischen den Videoprojektionen, Skulpturen, Fotografien und Installationen immer neue Verbindungen sehen, die verschiedene Interpretationen offen ließen. Durch die Erklärungen wurden die Verbindungen später eindeutiger und verständlicher, ohne dass die Offenheit dadurch zerstört wurde.

Nach gemeinsamen Abhängen, Aufräumen und Putzen machten wir uns auf die Heimfahrt.

Burgund 2011

 

 

 


3.1.2011
\\ Kooperation mit dem L.A.C. in Sigean

Katharina Schmidt, Hervé Sénant, David Mozziconacci und Michel Metaller sprachen am 3.Januar 2011 mit Layla Moget und einigten sich auf eine Zusammenarbeit. Im Herbst 2012 wird eine Ausstellung im L.A.C. stattfinden. Dabei wird das Projekt die untere Etage und eventuell den ersten Saal oben bespielen, der Rest bleibt, wie immer, der Sammlung vorbehalten.

 

 

 


8.11.-12.11.2010
\\ Workshop 2-2010, Berlin

Der zweite Workshop 2010 (8.11. - 12.11.) setzte drei Schwerpunkte: Zum einen die Fortsetzung der theoretischen Arbeit aus dem Workshop im März, dabei war Ausgangspunkt ein Vortrag Katharina Schmidts, des weiteren das Vorstellen der Arbeiten der Teilnehmen, und schließlich die Besichtigung diverser Museen und Institutionen in Berlin. Untergebracht war die Gruppe im Pfefferbett, einem Hostel auf dem Pfefferberg, dem schön restaurierten Gelände einer ehemaligen Brauerei. Ein Arbeitsraum konnte direkt gegenüber bei Aedes Campus gefunden werden.

Besichtigungen
Bei den Besichtigungen profitierten wir hauptsächlich von dem hervorragenden Angebot der Staatlichen Museen Berlins. Wir besuchten die Alte Nationalgalerie, wo über die Sammlung hinaus noch eine Arbeit von Tino Sehgal stattfand.

Die Gemäldegalerie beeindruckte mit Werken von van Eyck, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio, Rubens, Rembrandt und Vermeer. In der Neuen Nationalgalerie wiederum waren unter dem Titel "Moderne Zeiten. Die Sammlung. 1900 - 1945" Arbeiten von Künstlern wie Munch, Kirchner, Picasso, Klee, Feininger, Dix und Kokoschka ausgestellt. Außerdem war in der Oberen Halle die Ausstellung 'Intolerance' von Willem de Rooij zu sehen. Der Hamburger Bahnhof  zeigte die Sonderausstellung "Soma" von Carsten Höller, die Sammlungen (Flick-Collection, Sammlung Marx) und Videoarbeiten von Philipp Lachenmann. Neben der umfangreichen Beuys-Präsentation waren auch Arbeiten von u.a. Warhol, Rauschenberg, Twombly, Judd, Morris, Nauman, Serra und Pernice vertreten.


Außerdem besuchten wir die Ausstellung Color Fields im Deutschen Guggenheim, wo Arbeiten von u.a. Gene Davis, Paul Feeley, Helen Frankenthaler, Hans Hofmann, Alfred Jensen, Morris Louis, Kenneth Noland, Raimond Parker, Larry Poons, Mark Rothko und Frank Stella und zu sehen waren, und die Ausstellung "Minimalism and Applied II" in der Daimler Kunst Sammlung. Im Gropius-Bau sahen wir Pierre Soulages, was leider auch auf Grund der katastrophalen Hängung eine ziemliche Enttäuschung war.

Von den zahlreichen Galerien und anderen Ausstellungen sind besonders die CFA  (Max Frisinger, Marcel Eichner), die Nymphius-Projekte (Koksen ist 80er)  und die Galerie M + R Fricke (Gabriele Bach) herauszuheben.

Vortrag Katharina Schmidt
Katharina Schmidt hielt einen Vortrag über das Bezugsfeld von Malerei, der sich in zwei Teile gliederte. Im ersten stellte sie den Kontext der Malerei von der Nachkriegszeit an dar, den zweiten widmete sie vier zeitgenössischen Künstlern, davon drei aus Berlin. Sie begann mit Yves Klein, zeigte dann die einflussreiche Ausstellung "This is tomorow" (1956) in London. Auch auf die Ausstellungs-architektur bezogen war der Blick auf Pollocks und Rothkos Werk, von denen sie je eine Schau zeigte. Es folgten eine Wandzeichnung von Sol le Witt 1968 und eine Knox Martin 1970 gestaltete Häuserwand in New York. Außerdem zeigte sie Graffitis auf U-Bahnen und Häuserblocks. Die Manifestation III von BMPT (Buren, Mousset, Parmentier, Toroni) fand in einem Theatersaal statt, wo die Besucher die 4 Bilder 45 min betrachten sollten. 1968 machte Buren eine Plakataktion in Paris mit den typischen vertikalen Streifen. Anton Perich wiederum arbeitet mit einem sehr frühen Digitaldrucker, der einen streifigen Farbauftrag verursacht. Tim Head zeigte 1992 abstrakt anmutende Digitaldrucke, die er auf seiner Homepage unter die Kategorie Malerei sortiert. Den Abschluss bildeten Stoffbilder von Blinky Palermo.
Als vier zeitgenössische Positionen zeigte Katharina Schmidt Susanne Paesler, Ursula Döbereiner, Frederike Feldmann und Josh Smith.

Kolloquiumsarbeit
Ausgehend vom Vortrag und natürlich auch den Kolloquien des letzten Workshops  kam es zu folgenden Fragestellungen: Gibt es Konstituenten der Malerei? Oder ist das keine Frage? Schließen wir etwa Zeitmedien wie z.B. Video grundsätzlich aus der Malerei aus, oder orientieren wir uns an der Einordnung des Autors?

Ziele des Workshops sind zum einen der Austausch, zum andern der im Titel "malerei2020peinture" formulierte Anspruch etwas über Malerei auszusagen, was sich auch in der abschließenden Ausstellung spiegelt.

Die Teilnehmer sahen in der Konstellation des Workshops Probleme, aber auch große Chancen. Zwar kommt es durch die Zweisprachigkeit der Gruppe zu Verständigungsproblemen, sie rückt aber auch das grundsätzliche Verhältnis von Malerei und Sprache in den Mittelpunkt. Ebenso kann die Größe der Gruppe als hemmend, aber auch bereichernd gesehen werden. Auch wenn Ausstellungs-besuche anregend für die eigene Arbeit sind, sah es ein Großteil der Gruppe doch für notwendig an, in dieser Phase des Projekts eine größere Konzentration auf die gemeinsame Arbeit auch in Hinblick auf die Ausstellung zu legen. Insgesamt bestand der Wunsch nach Klärung der Begriffe und Ziele. Das Projekt wurde als räumliche, zeitliche und inhaltliche Distanz beschrieben, so dass für jeden Teilnehmer die Notwendigkeit besteht, seinen eigenen Standort zu finden.
Als Möglichkeiten des Austausches und der Zusammenarbeit sollen ein Blog und auch die "EPs" dienen. Diese kleinen Ausstellungen sind von den Teilnehmern selbständig organisiert, dort können sie Formen des Zeigens finden, und auf diese Weise zusammenarbeiten und ihre eigene künstlerische Fragestellung erproben.

 

 

 

23.7. - 24.7.2010
\\ Treffen in Paris
Winfried Virnich, Lotte Günther, Katharina Schmidt, Hervé Sénant

Am 23.7. 2010 trafen sich Winfried Virnich, Lotte Günther, Katharina Schmidt, Hervé Sénant in Paris, um das weitere Vorgehen im Projekt zu planen. Ergebnisse der zweitägigen Besprechung waren die Konzeption eines Workshops in Berlin und eventuell auch Paris, Überlegungen zum Katalog und möglicher Autoren sowie zur Ausstellungskonzeption im Ludwig-Museum in Koblenz und einem noch nicht benannten Ort in Frankreich. Als Wunschkandidat wurde das LAC in Sigean genannt.

Außerdem war es ein Anliegen, zur Vorantreibung der Forschungsbemühungen besonders die französische Malereipositionen besser kennen zu lernen. Hervé Sénant hob besonders die Bedeutung von Simon Hantaï heraus, dessen Bilder beim Besuch des Musée National d'Art Moderne besichtigt werden konnten.

 

 

 


1.6.2010 (bis Mai 2012) 
\\ Projekt malerei2020peinture Mainz
gefördertes Forschungsprojekt der Johannes-Gutenberg Universität

Dem Antrag auf Förderung des Forschungsprojekt malerei2020peinture ist durch die Johannes-Gutenberg Universität Mainz statt gegeben worden. Durch die Förderung, die vom 1.6.2010 bis Ende Mai 2012 besteht, wird Lotte Günther künstlerische Mitarbeiterin der Kunsthochschule Mainz für das Projekt.

 

 

 


18.3.2010
\\ Besuch des L.A.C. (Lieu d’Art Contemporain) Sigean

Am 18.3.2010 besuchte die Gruppe das L.A.C. (Lieu d’Art Contemporain) in Sigean. Dieses sehr schön gelegenen Centre d’Art in einem ehemaligen Weinlager, beherbergt eine private Sammlung. Layla Moget empfing die Gruppe freundlich, erläuterte die Umbaumaßnahmen, die zur besseren Präsentation der Kunstwerke vorgenommen worden waren, und führte durch die Sammlung, die ihr Vater, der Maler Piet Moget begonnen hatte. Dabei war auch eine noch im Aufbau befindliche Ausstellung zugänglich.

Das Haus verfügt im Erdgeschoss über zwei große Hallen und in der ersten Etage über drei große Räume. Einige der früheren Weinpressen sind erhalten geblieben und geben dem Centre d’Art seinen besonderen Charme. Dabei ist eine Auswahl der Sammlung, die z.B. Arbeiten des Hyperréalismus, Minimalismus, oder der Konzeptkunst beherbergt, meist im ersten Stock präsentiert, während im Erdgeschoß wechselnde Ausstellungen zu sehen sind. Von den oberen Räumen hat man Zugang zum Garten. In den oberen Räumen war eine Präsentation mehrerer Arbeiten von Evert Lundquist zu sehen, und eine Gruppenausstellungen mit Werken von Robert Morris, Piet Moget, Donald Judd, Piet Mondrian, Josef Albers, Balthus, Marlene Dumas und vielen anderen mehr. Die Offenheit des Ortes und die einzigartige Atmosphäre, bei denen die Arbeiten ohne den museumsüblichen Abstand gezeigt wurden, inspirierte, und einige hätten am liebsten sofort vor Ort eine Ausstellung realisiert.

 

 

 


15.3 – 22.3.2010
\\ Workshop 2010,1

Der erste Workshop 2010, bei dem die Klasse Virnich die EsBA Toulouse besuchte, war eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit und Initial für den Arbeitsprozess sowohl einzelner Teilnehmer, als auch für die Entwicklung des gesamten Projektes.
Dabei hatte die Woche vier Schwerpunkte: zum Einen die gemeinsamen Kolloquien, die mit der Arbeitsgrundlage von Herrn Virnich, essentielle Fragen zur Malerei stellten, und damit zur Begriffsklärung dienten, aber vor allem die Problemstellung des gesamten Projektes klar machten. Zum Zweiten die Plenen vor den Arbeiten der Studenten, sei es direkt am Arbeitsplatz der Toulouser Studenten, oder mit Hilfe von Abbildungen bei den angereisten Studenten der Mainzer Kunsthochschule. Zum Dritten die Exkursion am Donnerstag den 18.3. und schließlich kleine Ausstellungen oder Performances, die einige Studenten als besondere Formen des Zeigens wählten.

Exkursion
Bei der Exkursion steuerten wir zunächst das L.A.C. (Lieu d’Art Contemporain), eine private Sammlung, in Sigean an. Während die Ausstellung im Erdgeschoss noch im Aufbau war, war in den oberen Räumen mehrere Arbeiten von Evert Lundquist, und Werke von Robert Morris, Piet Moget, Donald Judd, Piet Mondrian, Josef Albers, Balthus, Marlene Dumas und vielen anderen mehr zu sehen. Die Offenheit des Ortes und die einzigartige Atmosphäre war inspirierend. Das Kloster Fontfroide, das ursprünglich eine Abtei des Benediktinerordens war, beeindruckte die Gruppe besonders durch die Strenge der Architektur, die das zisterziensische Armutsgelöbnis widerspiegelt. Zum Schluss besuchten wir das Museum Sérignan, das 2006 gegründet wurde und den Fokus auf zeitgenössische Kunst legt. Besonders die Arbeit Simon Hantaïs regte zu Diskussionen an. Der Maler hat eine Technik entwickelt, bei der er die weiße Leinwand faltet, dann Farbe aufträgt und nach der Trocknung die Leinwand auf einen Keilrahmen aufzieht. Dadurch entstehen sehr klar konturierte farbige Ereignisse.

Studentische Präsentationen
Bei der Präsentation von Kirill Ukolov am Freitag den 19.3. im Palais des Arts der EsBA war der Eingang durch Stellwände so verengt, dass die Besucher nur nacheinander eintreten konnten. Der gesamte Boden war mit leeren, weißen Blättern bedeckt, und an den Wänden in unregelmäßiger Streuung grüngelbe Klebepunkte angebracht. Durch die Besucher wurden die Blätter verschoben und der stark ornamentale Boden kam wieder zum Vorschein.

Danach zeigte Felix Bressieux eine Performance im Hof der EsBA . Ein ca. 60 cm hoher, kubischer Betonklotz war in der Mitte des Hofes platziert. Mit Schutzbrille und Vorschlaghammer ausgerüstet betrat der Kunststudent den Hof und begann den Block zu zertrümmern. Von Schlag zu Schlag merkte man ihm die Kraftanstrengung an, die das forderte. Etwa in der Mitte angelangt, kam blaues Pigment zu Tage, das in dem Klotz eingeschlossen gewesen war. Einige Hinweise in der anschließenden Diskussion beschäftigten sich mit der Farbe des Pigmentes, das als Verweis auf den Himmel verstanden wurde.

Im Anschluss hatte Dimitri Robert eine Installation in der Galerie de Quai der EsBA vorbereitet, die aus geweißten Gegenständen arrangiert war, auf die ein Video projiziert wurde. In dem Video handelte der Kunststudent in dem von ihm aufgebauten Setting. So wie er Gegenstände einführte mit ihnen agierte, wurde deren Bild auf die realen, geweißten Gegenstände geworfen, und erschienen dadurch plastisch.
So erschien nach und nach auf dem weißen Bild immer mehr Farbiges, das der Künstler durch scheinbar wilde Zerstörungswut (Abbrennen eines Plakates, Zerschlagen einer Weinflasche...) schließlich wieder zurücknahm.

Am Montag den 22.3. hatten sich Jonas Maas und Philipp Schneider kurzfristig entschlossen in der EsBA eine kleine Ausstellung zu realisieren, der zweite Teil ihrer "Polichinelle"-Reihe. Bei ihrer Präsentation in Raum 310 zeigten sie Arbeiten, die vor Ort entstanden waren, und für die sie teilweise gefundenes Material nutzten. Mit dieser Ausstellung setzten sie eine Reihe fort, deren Titel sich auf das schnelle, fragile Handeln bezieht.

 

 

 

2.7. - 5.7.2009
\\ Besuch einiger Toulouser

Im Sommer 2009 konnte eine kleine Gruppe Toulouser nach Deutschland kommen. Dieser Besuch war vor allem von Exkursionen und Ausstellungsbesuchen geprägt, Dabei reiste man am 02.07.nach Köln, am 04.07.nach Frankfurt, wobei die Philosophin Angelica Horn, die das Praxisseminar Farbe in der Malerei leitet, die Führung übernahm. Am 05.07. war Zeit zur Reflexion des Gesehenen in Mainz.

 

 


6.12. - 10.12.2008
\\ 1. Treffen in Mainz

Am 6.12.2008 empfing die Klasse Virnich die Gäste aus Toulouse in der Kunsthochschule. Beim gemeinsamen Essen und dadurch, dass die Toulouser privat untergebracht waren, lernte man sich schnell kennen. Am 08.12.2008 fand eine Exkursion nach Köln statt, bei der man Abstrakte Bilder von Gerhard Richter im Museum Ludwig sah. Am 09.12.2008 folgte eine Präsentation der Arbeiten aller teilnehmender junger Künstler im Hörsaal. Am 10.12.2008 stand dann Frankfurt auf dem Programm. Dort gab es in der Schirn Werke Peter Doigs und eine Ausstellung zur Période Vage von René Magritte zu sehen.